Teilnehmer und Themen
Der Trialog bringt drei systemprägende Verantwortungsrollen zusammen:
- Unternehmer und Eigentümer — als Träger langfristiger Verantwortung
- Familienexterne Geschäftsführer — als Treuhänder unternehmerischer Führung
- Beiräte — als Mitverantwortungsträger für Governance und Zukunftssicherung
Im Fokus stehen inhaber- und familiengeführte Unternehmen des aufsteigenden Mittelstands, meist in einer kritischen Phase des Übergangs vom inhaber- zum managergeführten, gremienkontrollierten Unternehmen.
Die Gespräche beziehen folgende Verantwortungsdimensionen ein:
- Führung und Entscheidung — Orientierung, Dilemmata, Kultur, Resilienz
- Eigentum und Vermögen — Verpflichtung, Unabhängigkeit, Nachfolge
- Gesellschaftliche Verantwortung — Rechtsstaat, Teilhabe, Zusammenhalt
- Globale Verantwortung — Menschenrechte, Nachhaltigkeit, faire Wirtschaft
- Persönliche Verantwortung — Selbstführung, Familie, Lebenssinn
Vorbereitung und Jahreszyklus
Jedes Mitglied bringt vor Beginn eines Zyklus über einen persönlichen Fragebogen seine aktuell drängenden und wichtigsten Fragen ein und bestimmt selbst, ob eine Frage nur der Programmplanung dient, anonymisiert eingebracht wird oder als persönlicher Case erzählt werden darf.
Der Moderator clustert alle Antworten anonym zu einem Resonanzbild des Teilnehmerkreises, aus dem das Jahresprogramm entsteht. Ein Jahreszyklus besteht in der Regel aus vier Teilen mit mindestens einer Präsenzveranstaltung zum Auftakt.
Der Moderator des Trialogs stellt in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der TRADEMUS Stiftung sicher, dass kein Mitglied befürchten muss, im Kreis auf jemanden zu treffen, durch den eine Indiskretion oder Konkurrenzsituation entstehen könnte.
Mögliche Methoden und Gesprächsformen
Ein Teilnehmer vertritt bewusst Position A, ein zweiter Position B, der Dritte moderiert aktiv auf eine Synthese hin, statt nur zu vermitteln.
Eigentümer, Geschäftsführer und Beirat tauschen für die Dauer der Diskussion bewusst ihre Rolle und vertreten aktiv die Sichtweise der anderen Funktion
Die Gruppe unterstellt, eine Entscheidung sei bereits gescheitert, und rekonstruiert rückwärts, welche Ursachen dazu geführt haben könnten.
Da viele Dilemmata nicht durch mehr Information, sondern durch Priorisierung lösbar sind, ordnen die Teilnehmer die konkurrierenden Werte und vergleichen ihre Rankings.
- „Sowohl-als-auch“-Reframing
Als Alternative zum Entweder-oder werden Lösungen gesucht, die gegensätzliche Anforderungen gleichzeitig bedienen, durch zeitliche Staffelung oder strukturelle Trennung.
Ein Mitglied schildert eine reale, anonymisierte Entscheidungssituation; die anderen dürfen zunächst ausschließlich klärende Fragen stellen, bevor überhaupt Einschätzungen erlaubt sind.
Dieselbe Entscheidung wird gegen drei unterschiedliche Zukunftsszenarien gespiegelt (z. B. optimistisch, stabil, krisenhaft), um zu prüfen, ob sie robust bleibt.
- Sokratisches Hinterfragen
Durch gezielte Rückfragen („Woher wissen wir das?“, „Was wäre, wenn das Gegenteil gilt?“) werden unausgesprochene Annahmen hinter einem Dilemma offengelegt.
Die Geschichte des Trialogs
1982 Michael Höchsmann gründet zwei Beraternetzwerke: COMPITUM (Executive Sparring) und TRADEMUS (Nachfolgeberatung). Beide bilden die Wurzeln des heutigen Trialogs.
2002 Aus den Netzwerken entstehen drei Unternehmen; parallel etablieren sich vertrauliche Gesprächsformate wie das Leadership Forum und der TRADEMUS-Beiratskreis.
2017 Die gemeinnützige TRADEMUS Stiftung wird errichtet und verbindet seither unternehmerische Verantwortung mit gemeinnützigem Engagement — finanziert unter anderem über Lizenzeinnahmen aus der Beratungsarbeit.
2024/2026 Mit Dr. Philip Eigen und York Lindenschmidt übernimmt die zweite Generation die unternehmerische Führung der Beratungsgruppe. Die TRADEMUS Beratung wird als GmbH in Verantwortungseigentum unter Einbindung der Stiftung neu aufgestellt.
Parallel wurde der TRADEMUS Trialog als stiftungsgetragener Verein institutionell verankert. Die Trägerschaft durch die TRADEMUS Stiftung sichert die dauerhafte Unabhängigkeit von wirtschaftlichen, politischen oder persönlichen Einzelinteressen.
Zuwendung und Kostenumlage
Die Mitgliedschaft ist grundsätzlich beitragsfrei. Von den Mitgliedern wird jedoch eine freiwillige Zuwendung an die TRADEMUS Stiftung erwartet, um deren gemeinnützige Arbeit zu unterstützen.
Diese Zuwendung fließt ohne Abzug von Verwaltungskosten in den Satzungszweck der Stiftung: Förderung von Bildung, Teilhabe und Beschäftigung benachteiligter Menschen.
Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und sonstige Leistungen bei Präsenzveranstaltungen werden separat und nach tatsächlichem Aufwand auf die teilnehmenden Mitglieder umgelegt.
Weitere Informationen
Fragen richten Sie bitte per Mail an den Kurator des TRADEMUS Trialogs, Herrn Michael Höchsmann, Vorstand der TRADEMUS Stiftung: hoechsmann@trademus.de