Überschrift:
Ziele und Wirkungslogik unserer Förderung
Die Förderphilosophie der TRADEMUS Stiftung folgt einer klaren Wirkungslogik:
Bildung muss zu Arbeit und Einkommen führen, ganz besonders für Menschen an der Basis der jeweiligen Wohlstandspyramide, dort, wo sich Armut unterschiedlich zeigt: als relative Armut und soziale Ausgrenzung in Deutschland und als absolute Armut und existenzielle Not im Globalen Süden.
Die allgemeinen Ziele unserer Förderung in den beiden Wirkungsfeldern lauten:
- Berufliche Integration und Teilhabe für Menschen am Rand des Arbeitsmarkts in Deutschland zur Förderung des Gemeinwohls, des sozialen Ausgleichs, der wirtschaftlichen Zukunftssicherung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
- Menschenwürdige Arbeit und gesundes Leben für die Ärmsten im Globalen Süden zur Verringerung von Armut, Landflucht und Ressourcenverschwendung und zur Förderung von globaler Gerechtigkeit, Entwicklungszusammenarbeit und Klimaschutz.
Aspekte der nationalen Förderziele
- Förderung von Jugendlichen in schwierigen sozialen Verhältnissen
Laut Statistischem Bundesamt war 2025 jeder zehnte junge Mensch in Deutschland ist ohne Job, Bildungs- oder Ausbildungsplatz.
Das birgt zahlreiche gesellschaftliche Risiken wie Arbeitslosigkeit, geringe Teilhabe, steigende Kriminalität oder politische Frustration.
25 Prozent der Betroffenen waren auf Arbeitssuche. Die große Mehrheit von 66 Prozent stand dem Arbeitsmarkt jedoch nicht zur Verfügung. Die Konsequenz für den deutschen Arbeitsmarkt ist, dass wichtige Fachkräfte verloren gehen.
Bei jungen Menschen, die nach der Schule weder Ausbildung noch Arbeit finden, geht es zunächst vielleicht um ein Jahr ohne berufliche Perspektive. Aber dieses Jahr kann eine Weichenstellung für Jahrzehnte werden.
Wir wollen verhindern, dass ein schwieriger Start zu einem dauerhaft vorgezeichneten Lebensweg wird.
Der Staat ist für die Grundsicherung zuständig. Aber eine Leistung zu erhalten ist noch keine Perspektive. Das Problem ist nicht nur fehlende Förderung, es ist oft auch kaum noch mögliche Erreichbarkeit.
Organisationen wie JOBLINGE haben sich zum Ziel gesetzt, Menschen, die von bestehenden Systemen nicht mehr erreicht werden, zu unterstützen, Selbstvertrauen, Motivation, soziale und berufliche Kompetenzen entwickeln und dafür Jugendliche mit Unternehmen, Mentoren, Bildungseinrichtungen und anderen Unterstützern zusammenbringen.
- Förderung von Menschen mit Behinderung
2024 lag die Arbeitslosenquote von Menschen mit Schwerbehinderung mit 11,6 % fast doppelt so hoch wie bei der übrigen Bevölkerung, rund 44 % der arbeitslosen Menschen mit Behinderung waren bereits länger als ein Jahr arbeitslos.
Staatliche Systeme sind primär darauf ausgerichtet, Rechtsansprüche zu erfüllen, Förderleistungen regelkonform zu vergeben und Versorgung sicherzustellen.
Die größte Schwäche liegt häufig nicht im Fehlen einzelner Förderinstrumente, sondern an den Übergängen: Schule → Berufsorientierung → Ausbildung → Beruf → dauerhafte Beschäftigung.
Für jeden einzelnen Abschnitt gibt es Fördermöglichkeiten. Aber zu wenige Akteure fühlen sich für die Gesamtkette verantwortlich.
Viele mittelständische Unternehmen haben grundsätzlich Interesse an Inklusion, verfügen aber nicht über die organisatorischen Ressourcen großer Konzerne.
Die TRADEMUS Stiftung engagiert sich bewusst dort, wo die staatliche Förderung nicht ausreicht, zu spät greift oder mehrere Systeme zusammengebracht werden müssen.
Wir fördern keine isolierten Einzelmaßnahmen, sondern Vorhaben, die nachweislich mehrere Akteure miteinander verbinden und Übergänge verbessern.
Aspekte der internationalen Förderziele
Bei unseren Ausbildungs- und Beschäftigungsprojekten im Globalen Süden bauen wir auf die Wertschöpfungsressourcen in der Regenerativen Wirtschaft.
Transforming waste to living income. Unsere Überzeugung ist: Der Weg aus der Armut führt über Arbeit, die aus frei verfügbaren Ressourcen Wert schöpft. Diese Ressource ist Abfall, vor allem Plastikmüll.
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen schätzt, dass weltweit rund 24 Millionen Menschen als informelle Abfallsammler arbeiten. Als Tagelöhner, ohne irgendeine Form von Versicherung oder Gesundheitsschutz.
Die TRADEMUS Stiftung, die im internationalen Kontext als TRADEMUS Foundation auftritt, will für die gefährdeten, informell tätigen „Frontkämpfer der Abfallwirtschaft“ signifikant bessere Arbeits- und Lebensbedingungen schaffen. Dabei wollen wir Kreislaufwirtschaft und genossenschaftliche Ansätze in einem synergistischen Wirkungsnetzwerk zu vereinen.
Mehrere internationale Organisationen haben nachgewiesen, dass Genossenschaften die Organisationsform sind, die alle Dimensionen der Armutsbekämpfung und Ausgrenzung am besten erfüllt.
Der ganzheitliche Ansatz unseres Waste-Recycling-Konzepts verknüpft soziale Nachhaltigkeit (weniger Armut, gesundes Leben), ökologische Nachhaltigkeit (Schutz von Umwelt und Biodiversität), ökonomische Nachhaltigkeit (Wohlstand durch selbstgenerierte Wertschöpfung) und kulturelle Nachhaltigkeit (gemeinschaftsbasiert, partizipativ, inklusiv).